Stoffwechsel Rehabilitation
Wildkräuter unter der Lupe - Teil 1
Sie wachsen im Garten oder auch am Wegesrand und erfreuen uns mit ihrem saftigen Grün und schönen Blüten. Dass sie auch zum Verzehr geeignet sind, so manchen Speisen das gewisse Etwas verleihen und auch noch gesund sind, wissen die wenigsten. Im nachfolgenden Beitrag beleuchtet Diätologin Birgit Bäuchler, BSc ausgewählte Wildkräuter, ihre unterschiedlichen Inhaltsstoffe, deren Wirkung und mögliche Einsatzgebiete.
Löwenzahn - Kraftpaket am Wegesrand
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) gemeinhin auch als „Pusteblume“ bekannt, zählt zu der Gattung der Korbblütler. Sämtliche Anteile der Pflanze wie Blätter, Blüten, Knospen als auch die Wurzel können verzehrt werden. Der Löwenzahn enthält verschiedene B-Vitamine, sowie die Vitamine C, K und E. Besonders hoch ist zudem der Betacarotin-Gehalt. Betacarotin zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer Wirkung und kann im Körper Zellschäden, die durch freie Radikale verursacht wurden, reduzieren. Die Löwenzahnwurzel liefert reichlich Inulin – einen löslichen Ballaststoff, der verdauungsfördernd wirkt. In der Küche lässt sich aus den zacken-förmigen Löwenzahnblättern schnell ein frischer Salat zaubern.
Schafgarbe - schön & wirkungsvoll
Die Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine anspruchslose Pflanze, die man an zahlreichen Plätzen auffindet. Sie wächst auf Äckern, trockenen Wiesen oder an Wegrändern. Der Stiel der Pflanze ist leicht behaart und die kleinen Blüten haben eine weiße bis rosa Farbe. Die Schafgarbe zählt ebenfalls zu den Korbblütlern. Die Scharfgarbe enthält verschiedene Mineralstoffe, darunter Kalium und Kupfer. Außerdem beinhaltet sie Schleim- und Bitterstoffe. Die Schafgarbe hat einen würzig-nussigen Geschmack, der an Muskat erinnert. Man kann die feinen Blätter gedünstet oder roh verzehren. Eine klassische Verwendung findet die Schafgarbe auch als Zutat in Kräuterteemischungen. In der Naturheilkunde wird die Schafgarbe gegen Entzündungen, Krämpfe und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.
Spitzwegerich - kulinarisch spannend & kraftvoll gegen Husten
Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) zählt zu der Familie der Wegerichgewächse. Man findet die widerstandsfähige Pflanze auf Äckern, Wiesen und Wegrändern. Zum Verwechseln ähnlich ist dem Spitzwegerich der Breitwegerich. Die beiden Wegerichgewächse unterscheiden sich in der Form und Breite der grünen Blätter, sind sich ansonsten jedoch sehr ähnlich. Das Wildkraut enthält unter anderem die Vitamine C und B sowie die Mineralstoffe Kalium und Zink. Außerdem enthält der Spitzwegerich Schleim-, Bitter- und Gerbstoffe. Essbar sind sowohl die Blätter als auch die Knospen und Samen der Pflanze. Die jungen Knospen des Spitzwegerichs weisen einen pilz-ähnlichen Geschmack auf. Kulinarisch lässt sich der Spitzwegerich auf zahlreiche Arten zubereiten. Er kann als Zutat in Salaten, Suppen, Smoothies oder Eintöpfen verwendet werden. Auch als Würzzutat findet er Verwendung oder auch eingelegt in Essig kann der Spitzwegerich für Abwechslung auf dem Teller sorgen. In der Naturheilkunde wird der Spitzwegerich bei Husten und Atemwegsinfekten eingesetzt.
WICHTIGE EMPFEHLUNG: Natürlich gilt beim Selbersammeln der Wildkräuter, dass nur Kräuter verwendet werden sollen, die an sauberen Plätzen wachsen und sicher bestimmt werden können.
Quellen:
- www.gesundheit.gv.at
- Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Fotos: © canva.com, Pixabay/Peter Toporowski