Birgit Bäuchler, Bsc Stoffwechsel Rehabilitation

Kaffee - Mythen und Fakten

Kaffee bezeichnet ein aus den gerösteten und vermahlenen Kaffeebohnen hergestelltes Heißgetränk und zählt zu den Genussmitteln. Nach Österreich kam der Kaffee im 17. Jahrhundert. Die Wortherkunft stammt aus dem Arabischen und bedeutet in etwa „anregendes Getränk“. Daraus lässt sich auch gleich auf die bekannteste Wirkung des Kaffees schließen – denn das im Kaffee enthaltene Koffein wirkt psychoaktiv und entfaltet eine leicht aufputschende Wirkung.

Die vielfältigen Wirkungen des Koffeins
Koffein ist ein chemischer Bestandteil des Kaffees, das auch in echtem Tee (Teein) und Kakaobohnen (Theobomin) vorkommt. Koffein stimuliert das Herz-Kreislauf- und das zentrale Nervensystem. Somit ergibt sich ein leistungssteigernder Effekt, auch Konzentration und Wachheit können zunehmen. Bei zu hoher Zufuhr können sich aber auch Negativeffekte ergeben. Dazu zählen: erhöhte Nervosität und Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche und Herzrasen. Die genaue Wirkung ist jedoch von Mensch zu Mensch sehr individuell. Die Koffeinwirkung ist zudem dosisabhängig und sie wird durch Gewöhnungseffekte beeinflusst. Sehr hohe Einzeldosen, die durch normale Lebensmittelauswahl nicht erreichbar sind (5-10 g) können zu einem akut lebensbedrohlichen Kreislaufversagen führen. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt eine Menge von 200 mg Koffein als Einzeldosis, bzw. eine Menge von 400 mg über den Tag verteilt, als unbedenklich für erwachsene, gesunde Personen. Für Schwangere gilt laut EFSA die angepasste Empfehlung von 200 mg, über den Tag verteilt konsumiert, als unbedenklich.

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Getränk/Lebensmittel

Portion

Koffeingehalt
Filterkaffee 200 ml 90 mg
Espresso 60 ml 80 mg
Schwarzer Tee 200 ml 45 mg
Cola-Getränk 330 ml 35 mg
Grüner Tee 200 ml 30 mg
Kakao-Getränk 200 ml 8 - 35 mg
Energy-Drink 250 ml 80 mg

Tabelle zum durchschnittlichen Koffeingehalt ausgewählter Getränke, Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (Bfr)

Kaffee und Cholesterin: Das im Kaffee enthaltene Cafestol kann bei regelmäßigem Konsum eine erhöhende Wirkung auf die Blutcholesterinwerte, insbesondere auf das LDL-Cholesterin, haben. Der Cafestolgehalt in Filterkaffee ist geringer als bei ungefiltertem Kaffee.

Kaffee und Blutdruck: Kaffee kann den Blutdruck kurzfristig erhöhen, der Effekt wird bei regelmäßigem Konsum (innerhalb der maximal empfohlenen Mengen) als wenig relevant eingestuft.

Kaffee und Flüssigkeitshaushalt: Kaffee gilt oftmals als entwässernd, jedoch ist dieser Mythos bereits widerlegt. Koffein wirkt zwar harntreibend, jedoch verliert man nicht mehr Flüssigkeit, als man durch den Kaffee aufgenommen hat. Zudem fällt der Effekt bei regelmäßigen Kaffeetrinker:innen geringer aus.

Kaffee und Magenverträglichkeit: Kaffee regt die Säureproduktion im Magen an und kann somit die Beschwerden bei Gastritis oder Reflux verstärken. Der Effekt kann individuell jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.

Somit lässt sich festhalten, dass die weitverbreitete Annahme, dass Kaffee ein „Wasserräuber“ wäre, zu den Mythen gehört. Die gesundheitliche Wirkung von Kaffee ist dosisabhängig und individuell zu bewerten. Im Allgemeinen gelten 2-4 Tassen Kaffee über den Tag verteilt als gut verträglich für gesunde, erwachsene Personen und gehen in Beobachtungsstudien sogar mit einer höheren Lebenserwartung einher.

Quellen: Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET), Bundesinstitut für Risikobewertung, Bundeszentrum für Ernährung, Wikipedia

Foto: (c) magnific.com

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