23.12.2019

Die Krankheitsverarbeitung

Krankheitsverarbeitung oder Krankheitsbewältigung ist ein Prozess, „in dem die Auseinandersetzung mit den Belastungen auf den Ebenen des Denkens, Fühlens und Handelns erfolgt und durch andauernde Bewertungsprozesse begleitet wird.“

Phasen der Krankheitsverarbeitung:

  1. Phase:
    Nicht-Wahrhaben-Wollen, Schock und Überforderung
  2. Phase:
    Aufbrechende Emotionen, Überkompensation, Agieren und Aktionismus
  3. Phase:
    Verhandeln, Depression, Ermüdung, Trauer
  4. Phase:
    Anpassung an die Realität, Akzeptanz, neuer Selbst- und Weltbezug

Für eine erfolgreiche Krankheitsverarbeitung ist es wichtig ein Gefühl von Sicherheit und Einflussnahme bezüglich des eigenen Lebens und darüber was mit einem Selbst geschieht aufrecht zu erhalten oder wieder zu erlangen.

Dabei ist zu beachten:

  • Es gibt kein Patentrezept – jeder verarbeitet seine Erkrankung individuell!
  • Orientieren Sie sich an dem, was für Sie selbst wichtig ist!
  • Nehmen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen ernst.
  • Entdecken Sie, was Ihnen im Umgang mit den Belastungen gut tut.
  • Überlegen Sie sich, welche inneren und sozialen Ressourcen Sie behalten und ausbauen möchten.
  • Überlegen Sie sich, welche Verhaltensweisen und sozialen Umgebungen Sie hinter sich lassen möchten.
  • Suchen Sie Ihren eigenen, passenden Weg im Umgang mit der Erkrankung!
  • Holen Sie sich Ihr Gefühl der Sicherheit zurück – Sie können aktiv auf Ihre Lebensqualität einwirken!

... UND halten Sie sich dabei an die fünf Freiheiten:

  • Die Freiheit, das zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.
  • Die Freiheit, das auszusprechen, was Sie wirklich fühlen und denken, und nicht das, was von Ihnen erwartet wird.
  • Die Freiheit, zu Ihren Gefühlen zu stehen, und nicht etwas anderes vorzutäuschen.
  • Die Freiheit, um etwas zu bitten, was Sie brauchen, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.
  • Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer nur auf Nummer Sicher zu gehen und Nichts Neues zu wagen.

Krankheitsbewältigung spielt in vielen Bereichen der ambulanten Rehabilitation eine große Rolle - informieren Sie sich hier über die verschiedenen Programme.