05.04.2017

Diabetes - wenn Zucker zur Gefahr wird

Diabetes mellitus (umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt) meint eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, deren gemeinsamer Befund ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel ist. Der Grund dafür ist, dass zu wenig Insulin gebildet wird. Der chronisch erhöhte Blutzucker führt zu Schäden an kleinen und großen Blutgefäßen, Nerven und Organen. Dies kann zu typischen diabetischen Spätfolgen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Erblindung führen.

Welche Diabetes-Typen gibt es?

  • Diabetes Typ 1: Der Diabetes Typ 1 ist immunologisch bedingt. Es werden Antikörper gegen die Betazellen (insulinproduzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse) gebildet, was zu einem absoluten Insulinmangel führt. Ein Ausgleich erfolgt durch Insulin-Injektionen.
  • Diabetes Typ 2:
    Beim Diabetes Typ 2, auch als Altersdiabetes bekannt, entwickelt sich eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin. Übergewicht und Bewegungsmangel gelten als entscheidende Risikofaktoren: Durch den erhöhten Körperfettanteil sprechen insbesondere die Muskelzellen immer weniger auf Insulin an (Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin zunächst mehr Insulin, womit die Insulinresistenz zunächst noch gut ausgeglichen werden kann. Nach einiger Zeit lässt die Insulinproduktion der Betazellen jedoch kontinuierlich nach und die Blutzuckerwerte steigen. Fette und ballaststoffarme Ernährung, hohe Zuckeraufnahme (z.B.: durch Süßgetränke) und Bewegungsmangel fördern eine diabetische Stoffwechsellage.

Welche Symptome deuten auf Diabetes mellitus hin?
In vielen Fällen verläuft ein Diabetes Typ 2 lange Zeit ohne Symptome und wird manchmal leider erst durch die Diagnose von Spätschäden entdeckt. Bei sehr hohen Blutzuckerwerten sind die Symptome von Diabetes Typ 1 und Typ 2 jedoch sehr ähnlich:

  • anhaltendes Durstgefühl
  • häufiges Urinieren (auch nachts)
  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger
  • Gewichtsverlust
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Juckreiz
  • Sehstörungen
  • bei Frauen: Abnahme von Libido und unregelmäßige Periodenblutungen
  • bei Männern: Abnahme von Potenz
  • erhöhte Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung und Hautinfektionen
  • Mundtrockenheit und nächtliche Wadenkrämpfe

Zur Abklärung der oben genannten Symptome wenden Sie sich unbedingt an Ihren Hausarzt oder Facharzt für Innere Medizin. Im Zuge der ambulanten Stoffwechsel-Rehabilitation im Lebens.Med Zentrum St. Pölten werden Lebens-, Bewegungs- und Essgewohnheiten analysiert und gegebenenfalls angepasst. Durch individuelle Therapieangebote unterstützen wir Sie bei der weitgehenden Wiederherstellung Ihres ursprünglichen Gesundheitszustandes, der Erhöhung Ihrer Leistungsfähigkeit und Ihrer Lebensqualität. In vielen Fällen kann ein Diabetes Typ 2 durch entsprechende Lebensstiländerungen so gut kontrolliert werden, sodass keine oder nur wenig Medikamente nötig sind.

Eine Antragstellung für eine ambulante Stoffwechsel-Rehabilitation erfolgt gemeinsam mit Ihrem Haus- oder Facharzt.

Von Prim. Doz. Dr. Harald Stingl, Ärztlicher Leiter der Abteilung Innere Medizin im Landesklinikum Melk.